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24.09.2011

Beste Ökobilanz: Gehwege mit Betonpflaster

Zahlreiche Gehwege in Deutschland geben derzeit kein gutes Bild ab. In manchen Städten und Gemeinden sind Schlaglöcher längst ein trauriger und auch gefährlicher Dauerzustand – nicht nur in den Straßen. Die Frostschäden der beiden letzten kernigen Winter haben das Problem noch vergrößert. Zudem werden viele Gehwege durch die sichtbaren Spuren von zurückliegenden Aufgrabungen verunstaltet. Vieles spricht für eine nachhaltige bauliche Lösung beim Neu- und Ersatzbau: die Betonpflasterbauweise. Neben den gestalterischen und funktionalen Vorzügen haben Betonpflasterdecken in ungebundener Ausführung auch deutliche Vorteile hinsichtlich des Umwelt- und Klimaschutzes. Dies belegt der aktuelle ökobilanzielle Vergleich von Oberbaukonstruktionen von Gehwegen, den der Betonverband SLG in Kürze veröffentlichen wird.


Vergleich mit Asphalt, Klinker- und Natursteinpflaster

Der Vergleich der Gehwegkonstruktionen basiert auf der Studie „Vergleichende Ökobilanz – Oberbaukonstruktionen von Verkehrsflächen mit unterschiedlichen Deckschichten“, die der Betonverband SLG 2009 herausgegeben hat. Jetzt wurden Oberbaukonstruktionen nach den einschlägigen Regelwerken für vier typische Einsatzbereiche, unter anderem für Gehwege, untersucht. Dabei wurden die Varianten Asphaltdecke, Betonpflaster-, Klinkerpflaster- und Natursteinpflasterdecke berücksichtigt. Bei letzterer wurden wegen der Importrelevanz unterschiedliche Herkunftsszenarien angenommen: Import aus Polen, Import aus Portugal sowie ein „Herkunftsmix“, der auch schon bei der Studie 2009 verwendet wurde (40% aus Deutschland,30% aus dem europäischen Ausland, 30% aus China). Die Ökobilanzberechnungen zeigen, dass die Umweltwirkungen vor allem durch Abbau, Herstellung, Transport, Einbau und End-of-Life der Baustoffe für die Gehwegdecke beeinflusst werden. Und hier kristallisierten sich die ökobilanziellen Vorteile der Betonpflasterdecke deutlich heraus.

Importe können besonders schlecht abschneiden

Beim Gesamt-Primärenergiebedarf ging die Variante mit Betonpflaster über den gesamten Lebenszyklus als klarer Sieger durchs Ziel, gefolgt von den Natursteinvarianten, bei denen allerdings die Bilanz mit zunehmendem Transportweg deutlich schlechter wird. Bei den Auswirkungen auf den Treibhauseffekt waren Asphalt, Betonpflaster und die Natursteinvariante „Polen-Import“ ungefähr gleichauf – mit leichten Vorteilen für den Betonstein. Deutlicher wurden die Unterschiede bei der Bewertung des Sommersmogpotenzials: Während das Betonpflaster wiederum am besten abschnitt, machten sich bei der Asphaltvariante die Emissionen durch die Straßenbelagsarbeiten negativ bemerkbar. Bei der Natursteinvariante „Herkunftsmix“ wurden die sehr ungünstigen Ergebnisse durch den Transport des Baustoffs maßgeblich beeinflusst. Im Allgemeinen gilt, dass sich mit zunehmenden Transportwegen die Ökobilanz verschlechtert. Insofern sind zum Beispiel importierte Natursteine aus Übersee für den Straßen und Wegebau aus ökobilanzieller Sicht stark zu kritisieren.

Gesamtsieger: das Betonpflaster
Auch in den weiteren Wirkkategorien Versauerungspotenzial und Nährstoffeintragpotenzial wurden die günstigsten Werte von der Asphalt- und der Betonpflastervariante erreicht. Hier lieferte wiederum die Natursteinvariante „Herkunftsmix“ einen rund sechsfach bzw. zehnfach
höheren Wert. Nur beim Ozonabbaupotenzial konnten sich die zwei Natursteinvarianten „Polen-Import“ und „Portugal-Import“ im Vergleich gegen die Asphalt- und Betonsteinvariante durchsetzen. Hier wirkten sich der Abbau und der Herstellungsprozess der Baustoffe sowie der
damit verbundene Energieeinsatz stärker aus. Insgesamt zeigt die Untersuchung, insbesondere hinsichtlich der im Fokus stehenden Themen Carbon Foot Print und Energiebedarf, dass die Betonpflasterdecke für die Herstellung von Gehwegen nach den zugrunde gelegten Bemessungsvorgaben der RStO eindeutig die geringsten Umweltwirkungen erzeugt.

Broschüre mit allen Details

Der Betonverband SLG hat sich der Diskussion über die Umweltwirkungen von Bauweisen für den Straßen- und Wegebau gestellt. Er bietet Planern sowie öffentlichen und privaten Bauherren neben seiner langjährigen fachtechnischen Kompetenz nun auch die Grundlage für die Auswahl der ökobilanziell sinnvollsten Bauweise für typische Verkehrsflächenbefestigungen. Die detaillierten Ergebnisse des hier vorgestellten Vergleichs sowie der anderen Untersuchungen stellt der Betonverband SLG demnächst in neuen Broschüren vor.

Zum Betonverband SLG
Seit Oktober 1997 bündelt der in Bonn ansässige Betonverband Straße, Landschaft, Garten e. V. (SLG) das Know-how namhafter deutscher Hersteller und ist damit die Anlaufstelle für alle Bauweisen mit Betonsteinen. Planer, Ausschreibende, Bauunternehmen, Sachverständige und Bauherren profitieren bei ihrer täglichen Arbeit von seiner Expertise. Eines der Kernziele des Betonverbandes SLG ist die fachgerecht erstellte Pflasterbauweise aus Betonprodukten. Aus diesem Grunde engagiert sich der Interessenvertreter auch im Verein „Qualitätssicherung Pflasterbauarbeiten“. Eingebunden in zahlreiche Gremien, die sich mit der Erstellung von Technischen Regeln für die Pflasterbauweise befassen, bestimmt der Betonverband SLG die Entwicklung mit.

Mitgliedschaften
• Bundesverband Betonbauteile Deutschland e. V. (BDB)
• Forschungsvereinigung der Deutschen Beton- und Fertigteilindustrie e. V.
• Qualitätssicherung Pflasterbauweisen e. V.



Für weiterführende Information:

Betonverband Straße, Landschaft, Garten e. V.
Schloßallee 10, 53179 Bonn
Tel. 02 28 9 54 56-22
Fax 02 28 9 54 56-90
slg@betoninfo.de
www.betonstein.de


Ansprechpartner

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen zur Pressearbeit an

BetonMarketing Deutschland GmbH
Holger Kotzan
T. 0211 28048306
kotzan@beton.org